
Credit: Kevin Ernst, 2026
Ver*antworten ist der Titel für ein über mehrere Hochschulstandorte vernetztes und vernetzendes Seminar, in dem sich Studierende und Lehrende aus Braunschweig, Bremen, Dresden, Koblenz und Stuttgart über Fragen, Anliegen und Praktiken austauschen, diese gemeinsam experimentell erproben, reflektieren und weiterdenken. Wie wird ein Raum eröffnet, in dem Studierenden und Lehrende ein gegenseitiges Fragen, Zuhören und Ver*Antworten praktizieren? Und was können wir über unsere kunstpädagogische oder -vermittelnde Praxis und deren jeweilige Situierung erfahren?Eine Vernetzung verschiedener Standorte stellt die Frage nach der jeweiligen Situierung, d.h. nach den jeweils beteiligten oder thematisierten kunstpädagogischen Praxen und Auffassungen von Kunst, Subjektivität, Materialität, Rollen, Machtverhältnissen, kunstpädagogischen Konventionen und Institutionen. Und in Haraways Worten: “Verantwortlichkeit hat für mich […] etwas damit zu tun, dass wir unter uns Verbindungen aufbauen, wie wir uns selbst zusammenfügen und wie wir zusammengefügt sind” (Haraway 1995: 110).
Wir setzen uns spielerisch, reflexiv und theoretisch mit dem Begriff ver*antworten auseinander. Welche Antworten stecken in einer Verantwortung? Was bedeutet das für einen Raum der Vermittlung? Und wie entsteht Gegenseitigkeit? Wie werden sie reflektiert, befragt, erforscht und ver*antwortet? Das Seminar eröffnet einen Raum dafür, Aufmerksamkeiten zu teilen, Unterschiede zu verschieben, Annahmen zu differenzieren und Standpunkte in Bewegung zu erleben.
Donna Haraway antwortet: “Weitergabe, Fadenspiel, Muster vor- und zurückreichend, gebend und nehmend, Muster bildend, ein Muster in der Hand haltend, um das man nicht gebeten hat – Responsabilität. Das ist der Kern dessen, was ich meine, wenn ich in ernsthaft artenübergreifenden Welten unruhig bleibe. Die Devise lautet: Mit-Werden statt Werden. In Vinciane Desprets Worten: Im Mit-Werden befähigen PartnerInnen einander. Ontologisch heterogenen PartnerInnen werden wer und was sie sind in relationalen, materiell-semiotischen Verweltlichungen. Naturen, Kulturen, Subjekte und Objekte existieren nicht vor ihrer verflochtenen Verweltlichung“ (Haraway 2016/2018: 23–24).